Räumliche Anordnung digitaler und analoger Lehrtechniken

Ein Lehrraum wird als Grundform wahrscheinlich viereckig sein, mindestens einen Zugang und Fenster verfügen. Eine typische Ausstattung eines Lehrraumes mit Arbeitsplätzen für eine Lehrperson und eine unterschiedliche Anzahl Lernender wird je nach Nutzungsart durch gegebene Anforderungen ergänzt. Das können zusätzliche Ablagemöglichkeiten von Verbrauchs- und Arbeitsmaterialien sein, aber auch Arbeitsgeräte. Sind das digitale Geräte, dann bestehen erhöhte Anforderungen an eine gesicherte Verwahrung. Diese zusätzlichen Lagerungskapazitäten benötigen in dem Lehrraum ihren Platz. Ist dieser dort nicht gegeben, dann müssen Alternativen gefunden werden. Die Möglichkeiten Unterrichtsräume zu möblieren sind Ihnen geläufig. Deshalb gehen wir hier nur auf die Besonderheiten ein, die sich aus dem Einbringen digitaler Technik und Geräte ergeben.

Präsentationstechniken

Je nach dem Lehrszenario, dass einem Raum zugeordnet wird, und der baulichen Grundstruktur desselben, kann die Anordnung von Arbeits-/Teilnehmerplätzen in verschiedenen festen und variablen Stellweisen geplant werden. Eine Lehrsituation wird immer mit einem Prozess des Zeigens und Demonstrierens einhergehen. Um dieser Anforderung zu entsprechen, muss die räumliche Situation so ausgenutzt werden, dass eine effektive Nutzung der Raumfläche ermöglicht wird. Um eine Präsentation medialer Inhalte für die Lehrperson und die Lernenden zu optimieren, sollten einige grundlegenden Faktoren beachtet werden. Ein Präsentationsbild muss von jedem Rezipienten (Teilnehmer, Schüler) gut zu sehen sein und muss ausreichend groß sein. Es wird empfohlen, dass das ausgehend vom Betrachtungsabstand der Rezipienten das Präsentationsbild eine Mindestgröße aufweist. Die Größe eines Präsentationsbildes wird gleichermaßen für Projektionsbilder (Beamer) und Bildschirme angenommen. Der Betrachtungsabstand ist ein möglicher Abstand, den ein Rezipient einnehmen kann.

Bildschirme haben feste Bildgrößen und sind oft fest in den Lehrräumen installiert. Beamer gibt es in den Varianten Normal- und Kurzdistanzgerät. Normaldistanzprojektoren werden an der Decke oder auf einem portablen Tisch in der Tiefe des Raumes platziert. Der richtige Montageabstand wird von den Herstellern angegeben. Diese Geräte können für unterschiedliche Projektionsgrößen eingesetzt werden. Kurzdistanz-Beamer werden auf eine feste Projektionssituation eingerichtet.

Vor dem Einbau von Projektionen ist auch das Folgende zu beachten:

die Projektionswand, der -bildschirm sollte nicht direkt von der Sonne angestrahlt werden

die Raumlichtsituation sollte an der Projektionswand eher gedämpft oder dunkel sein

eine Raumverdunklung o.Ä. ist vorhanden

eine Teilbeleuchtung des Raumes ist möglich (Durchgangssicherheit)

Standardlängen der Stromkabel des Gerätes = Steckdose sollte sich in direkt zu erreichender Nähe befinden

Datenverbindung über Kabel: Kabelwege müssen gesichert sein (Kabelkanal, Verlegung im Fußboden, o.Ä.)

Sämtliche Kabel (Strom und Datenkabel) müssen verdeckt oder in Kabelkanälen geführt werden können. Werden die Datenverbindungen über WiFi/WLAN innerhalb eine Lehrraumes eingerichtet, müssen die Frequenzen gesichert nur für die bestimmte Nutzergruppe zugänglich sein. Besondere Herausforderungen stellen dabei nebeneinanderliegende Lehrräume dar. Hier sind Abstrahlungen in Nachbarräume schwer zu verhindern.

 
Diese Präsentationstechnik steht zur Verfügung:

Präsentationstechnik, das Bild muss von allen Schülerplätzen zzgl. Lehrerarbeitsplatz gut einsehbar sein. Die Technik benötigt immer einen Stromanschluss. Standardgerätekabel max. Länge 3m Steckdose muss direkt erreichbar sein. Die Möglichkeit andere Geräte (Medienplayer, Konsolen etc.) anzuschließen, sollte vorbereitet sein.

Beamer-Projektion

Gerät: Installation an der Decke, Stellmöglichkeit mit einem Medienmöbel fest oder variabel

Benötigte Anschlüsse: Strom –  möglichst nah am Gerät (max. 3m); Daten – Verbindung mit PC, Laptop oder mobilen Endgerät zur Steuerung von Medieninhalten; Verbindung über LAN, WiFi, Bluetooth, Konferenzsysteme

Interaktiver Präsentationsscreen/Whiteboard

Gerät: Installation an der Wand, Stellmöglichkeit mit einem Medienmöbel fest oder variabel

Benötigte Anschlüsse: Strom –  möglichst nah am Gerät (max. 3m); Daten – Verbindung mit PC, Laptop oder Mobilen Endgerät zur Steuerung von Medieninhalten; Verbindung über LAN, WiFi, Bluetooth, Konferenzsysteme

Tafel, Flipchart und analoges Whiteboard

In Ergänzung zu den digitalen Präsentationssystemen sollte analoge Lehrtechnik ergänzend zur Verfügung stehen. Diese sollten variabel zum Lehrgeschehen hinzugezogen werden können und entsprechend mobil sein. Auch wenn interaktive Whiteboards und hardware- oder softwareunterstützt über Beamer Tafelbilder entwickelt werden können, gibt es für die analogen Lehrtechniken gute ergänzende Anwendungsszenarien.

 
Nutzung digitaler Geräte und unterstützende Möblierung

Die Nutzung digitaler Geräte als Lehr- und Arbeitsgeräte ist in den neuen didaktischen Strategien für eine moderne Schule ein unverzichtbarer Bestandteil. Sind alle Voraussetzungen zum Einsatz dieser Geräte gegeben (breitbandige Internetverbindung, sichere individuelle Zugänge, Jugendschutzfilter etc.), können die mediendidaktischen Konzepte von den Lehrpersonen umgesetzt werden. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Unterricht immer in einer Frontalsituation stattfindet. Deshalb sollte eine Möblierung variable Stellmöglichkeiten mit kurzen Umbauzeiten ermöglichen.

Ja nachdem für welches Einsatzmodell digitaler Endgeräte sie sich entscheiden, ergeben sich andere Anforderungen an die Raumausstattung. Wir zeigen ihnen idealtypisch einige Szenarien auf:

 
Permanente, feste Installation der Lehr- und Arbeitstechnik

Diese Ausstattungsvariante ist für Fachräume geeignet. Insbesondere für die Vermittlung von Kenntnissen und Kompetenzen in den Themenfeldern IT-, Informatik und Multimedia eröffnen diese eingerichteten Arbeitsplätze Möglichkeiten, die Nutzung von Hard- und Software zu vermitteln. Für diese Lehrsituationen ist eine einheitliche Ausstattung der PC’s/Laptop’s und ggf. eine bestimmte Leistungsfähigkeit der Hardware vonnöten, die über die Anforderung an die Hardware für das Erlernen von Text-, Tabellen- und einfachen Bildbearbeitungen, gebraucht werden. Für die Raumausstattung ist zu empfehlen, dass die Präsentationsfläche gut von jedem Lernerplatz zu sehen ist. Mit den Lehrpersonen ist zu entscheiden, ob die Präsentationsfläche während des Arbeitens zu sehen sein muss oder ob die Trennung des Erklärvorgangs und der nachgeordneten Übungsphase für bestimmte Altersstufen vorgesehen sind. Die Fragen sind für Räume mit diesen Spezifikationen zu klären:

Fachräume

In diesen Räumen werden bestimmte Fertigkeiten und Kompetenzen vermittelt. Die Raumausstattung ist auf die zu vermittelnden Kenntnisse ausgerichtet.

  • PC-Raum: Vermittlung der Nutzung und des Umgangs mit PC’s; Vermittlung grundlegender Softwarekenntnisse

Dieser Raum ist mit PC-Arbeitsplätzen ausgestattet. Jeder Lernende arbeitet an einem Arbeitsplatz bestehend aus Desktop-PC, Monitor, Tastatur, Maus.

  • Multimedia-Raum: Vermittlung der Erstellung eigener multimedialer Medien. Hier entsteht ein relativ hoher Aufwand an die Konzeption des Raumes. Die Medientechnik kann variabel zur Verfügung gestellt werden. Der Raum sollte sich den Produktionsanforderungen anpassen können. Dazu werden von den Lehrenden Standardproduktionsszenarien erarbeitet.

Für die Lehre und kreative Arbeit stehen eine bestimmte Anzahl an PC’s für eine Arbeit in Gruppen zur Verfügung. Die PC-Arbeitsplätze bestehen aus:

      a. Leistungsfähigem PC, 2 Monitoren, Tastatur, Eingabegerät (Maus, Zeichentablett, o.Ä.)

      b. Ergänzend stehen Aufnahmegräte für Ton-, Foto- und Videoaufnahmen sowie Konsolen zur Verfügung

In diesem Raum müssen Bereiche für Foto-, Video- und Tonaufnahmen variabel abtrennbar sein. Eine Präsentationsmöglichkeit für die Lehrsituationen und Vorführung der Medienergebnisse.

 

Labore

Diese Raumart ist dadurch gekennzeichnet, dass es hier nicht um die Nutzung vorgefertigter Anwendungsszenarien geht. Es werden Fertigkeiten, die mit dem Grundgedanken des Experimentierens einhergehen vermittelt.

  • Programmierlabor

Hier steht das Erlernen von Programmiersprachen und dem Umsetzen neuer eigener kleiner Programmideen im Vordergrund. Die Ausstattung kann sowohl mit fest installierten PC’s als auch mit mobiler Technik umgesetzt werden. Dazu werden die Fachlehrenden entsprechende Konzepte entwickeln. Die Raumausstattung entspricht dem eines PC-Raumes. Hier muss beachtet werden, dass durch die Programmierarbeit und das Testen der Programmcodes die Funktionsfähigkeit der PC’s gestört werden kann.

  • IT-Labor

Dieser Raum ermöglicht das Experimentieren mit der Technik. Dazu können alte PC-Bauteile oder auch Laborsysteme von LEGO, RasperryPi und weiteren Anbietern vorgehalten werden. Hier werden handwerkliche Fähigkeiten enzwickelt. Die Raumausstattung sollte hier robuste Tische mit Unterlagen für Klebe- und spanabhebende Arbeiten, ggf. eine Werkbank und Schränke zum Aufbewahren von Zwischenstufen und Prototypen vorsehen.

 

Einsatz digitaler Geräte

Digitale Präsentations- und Arbeitsgeräte benötigen eine Stromversorgung. Je nach Art der Geräte (Desktop- oder mobile Geräte) muss ein permanenter oder variabler Anschluss bereitgestellt werden. Für mobile Geräte sind Lademöglichkeiten vorzuhalten. Dazu ist eine effektive Anschlussmöglichkeit mit kurzen Kabelwegen zu realisieren. Wenn Lehrräume mit ausreichend vielen Bodentanks ausgestattet sind, können Tische mit integrierten Anschlüssen für Strom und Datenleitungen genutzt und variabel gestellt werden. Wenn die Möglichkeit besteht die Versorgung über Bodentanks zu planen, sollten Sie die möglichen Stellvarianten mit den Lehrpersonen zusammen erarbeiten und diskutieren.

Wenn sie zusätzlich Bodentanks in die Fußböden einlassen können, dann prüfen sie sie Versorgung der Arbeitsplätze unter der Prämisse kurzer Kabelwege, die nicht über Gänge verlaufen. Das kann z.B. derart erfolgen: